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Richard Wagner in Lauchstädt

Richard Wagner in Lauchstädt

Nur wenigen Besuchern ist bekannt, dass die heutige Goethestadt Bad Lauchstädt zugleich ein bedeutender Wagnerort ist. Im Sommer 1834 wird der erst 21 Jahre alte Richard Wagner für ein Sommergastspiel der Magdeburger Theatertruppe nach Lauchstädt eingeladen. Bereits seine Eltern haben als junges Ehepaar den beliebten Badeort aufgesucht, um hier ein Gastspiel des Weimarer Hoftheaters unter Goethes Leitung zu erleben.

Die dürftigen Verhältnisse vor Ort im Sommer des Jahres 1834 schildert Wagner anschaulich in seinen Lebenserinnerungen. Der Magdeburger Impresario Heinrich Bethmann und die als Opernorchester dienende Merseburger Stadtkapelle stehen dabei in keinem guten Licht. Wagner möchte abreisen, bittet jedoch um Quartier für eine Nacht. Man gewährt ihm diese Bitte und quartiert ihn in einem Hause mit der Schauspielerin Minna Planer ein. Minnas Schönheit und Liebreiz verdankt Lauchstädt den heutigen Ruhm eines Wagner-Ortes. Richard ändert seine Pläne, bleibt in Lauchstädt und dirigiert im Theater Mozarts ‚Don Giovanni‘. Er verlobt sich mit Minna und folgt ihr wenig später über Rudolstadt nach Magdeburg. In Königsberg wird er Minna 1836 heiraten, die Ehe hält bis zum Tode Minnas 1866, auch wenn die Ehepartner seit 1858 getrennt lebten und sich 1862 letztmals begegneten.

Neben dem Theater ist auch das Lauchstädter Wohnhaus Richard Wagners und Minna Planers am Schlossgraben erhalten und kann in Augenschein genommen werden. Seit 2013 verweist eine von Musikfreunden gestiftete Sandsteintafel am Theater auf das Dirigenten-Debüt Richard Wagners in Bad Lauchstädt.