Lauchstädter Persönlichkeiten

Christiane Vulpius

Christiane Vulpius mit Sohn August

Christiane Vulpius mit Sohn August
Aquarell von Johann Heinrich Meyer, 1793

Quelle: Klassik Stiftung Weimar

Den Beinamen Goethestadt trägt Bad Lauchstädt in stolzer Erinnerung an das Wirken Johann Wolfgang von Goethes als Theaterleiter in unserer Stadt. Christiane Vulpius, seit 1806 die Geheime Räthin von Goethe, hat bis 1810 erheblich dazu beigetragen, dass ihr in Weimar vielbeschäftigter Gatte das Theaterwesen in dem eine Tagesreise von Weimar entfernten Badeort mit Erfolg betreiben konnte.

Christiane besucht Lauchstädt ab 1802 fast jedes Jahr mehrere Wochen. Sie begleitet die Weimarer Schauspieler, organisiert deren Unterbringung vor Ort, kümmert sich um das Kassenwesen des Theaters und berichtet Goethe in Briefen über den Verlauf der Gastspiele. Vor allem aber genießt sie die freie und heitere Atmosphäre des Badeortes und die Anerkennung, die man ihr in Lauchstädt entgegenbringt. Christiane ist eine ausgezeichnete Tänzerin und begehrte Tanzpartnerin. Ihre ‚Äugelchen‘, wie sie ihre zahlreichen Verehrer in Briefen an Goethe nennt, folgen ihr manchmal sogar bis nach Weimar. Ihren überlieferten Beschreibungen verdanken wir gute Kenntnisse des gesellschaftlichen Lebens in Lauchstädt zu jener Zeit. Die Wohnstätten Christianes in Lauchstädt sind überliefert und können im Rahmen einer der beliebten ‚Christiane-Führungen‘ besucht werden.

Seit 1968 ist in der Teichlaube des Kurparks die Büste Christianes von dem Weimarer Hofbildhauer Carl Gottlieb Weißer aufgestellt. Anfang Juni jedes Jahres erinnert eine Christiane-Feier im Kurpark an Goethes Gefährtin und Ehefrau.

Richard Wagner

Nur wenigen Besuchern ist bekannt, dass die heutige Goethestadt Bad Lauchstädt zugleich ein bedeutender Wagnerort ist. Im Sommer 1834 wird der erst 21 Jahre alte Richard Wagner für ein Sommergastspiel der Magdeburger Theatertruppe nach Lauchstädt eingeladen. Bereits seine Eltern haben als junges Ehepaar den beliebten Badeort aufgesucht, um hier ein Gastspiel des Weimarer Hoftheaters unter Goethes Leitung zu erleben.

Die dürftigen Verhältnisse vor Ort im Sommer des Jahres 1834 schildert Wagner anschaulich in seinen Lebenserinnerungen. Der Magdeburger Impresario Heinrich Bethmann und die als Opernorchester dienende Merseburger Stadtkapelle stehen dabei in keinem guten Licht. Wagner möchte abreisen, bittet jedoch um Quartier für eine Nacht. Man gewährt ihm diese Bitte und quartiert ihn in einem Hause mit der Schauspielerin Minna Planer ein. Minnas Schönheit und Liebreiz verdankt Lauchstädt den heutigen Ruhm eines Wagner-Ortes. Richard ändert seine Pläne, bleibt in Lauchstädt und dirigiert im Theater Mozarts ‚Don Giovanni‘. Er verlobt sich mit Minna und folgt ihr wenig später über Rudolstadt nach Magdeburg. In Königsberg wird er Minna 1836 heiraten, die Ehe hält bis zum Tode Minnas 1866, auch wenn die Ehepartner seit 1858 getrennt lebten und sich 1862 letztmals begegneten.

Neben dem Theater ist auch das Lauchstädter Wohnhaus Richard Wagners und Minna Planers am Schlossgraben erhalten und kann in Augenschein genommen werden. Seit 2013 verweist eine von Musikfreunden gestiftete Sandsteintafel am Theater auf das Dirigenten-Debüt Richard Wagners in Bad Lauchstädt.